Weitere Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie
Am 28. September 2007 informierte der zuständige Abteilungsleiter
im MLU, Herr Dr. Milch, die land- und forstwirtschaftlichen Spitzenverbände
in Sachsen-Anhalt über die weitere Umsetzung der WRRL. Für den
Landesbauernverband nahmen Vizepräsident Dr. Nehring und Herr Grund
teil.
Zunächst wurde die durchgeführte Überprüfung der
Klassifizierung von Gewässern ausgewertet. Im Ergebnis unserer Fragenbogenaktion,
den Mitteilungen der Unterhaltungsverbände und der Unterhaltungspflichtigen
für die Gewässer I. Ordnung kam es zu wesentlichen Veränderungen,
die uns entgegen kommen. Von ehemals 136 natürlichen Gewässern
blieben 106. Aus bisher 165 erheblich veränderten Gewässern
wurden 197 und künstliche Gewässer wurden von 32 auf 45 hochgestuft.
Damit bleibt in Sachsen-Anhalt ein Anteil von ca. 30 % an natürlichen
Gewässern. Im Vergleich zu Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist
dies immer noch sehr viel, dort liegt der Anteil natürlicher Gewässer
in etwa um die Hälfte niedriger. Wir haben dazu grundsätzlich
weiteren Gesprächsbedarf angemeldet, um den Prozess nachvollziehbar
weiter zu begleiten. Wir fordern noch mehr Transparenz.
Die zum Auftakt der Fragenbogenaktion in Aussicht gestellte Diskussion
über nicht entsprochene Einschätzungen der Landwirtschaft bei
der Klassifizierung wurde dahingehend abgewandelt, dass die Verwaltung
mit den gegenwärtigen Ergebnissen weiterarbeitet, also gegenwärtig
die Landkreise die Informationen über die Gewässerklassifizierung
(natürliche, erheblich veränderte und künstliche Gewässer)
erhalten haben und nun im Rahmen der Beteiligung der örtlichen Ebene
die verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen (bis zu mehr als 50) innerhalb
eines Zeitraumes von wenigen Wochen anhören werden. Der Landesbauernverband
fordert eine Verlängerung von der Ministerin bis zum 30. Juni 2008.
An dieser Stelle sollten wir die nicht übernommenen Veränderungen
aufzeigen und noch einmal einfordern. Den Landkreisen werden zwei Karten
zur Verfügung gestellt, in denen die Gewässer klassifiziert
eingetragen sind, und zwar einmal mit den Code-Nummern und einmal namentlich.
Im Gespräch mit Dr. Milch wurde nach der Forderung des Landesbauernverbandes
die Zusage erreicht, dass, sofern regional Gesprächsbedarf über
nicht aufgegriffene Änderungen bei der Klassifizierung der Gewässer
entsteht, dieser mit dem LHW abgearbeitet wird. Entsprechender Gesprächsbedarf
wird über den Landesbauernverband gesammelt.
Die Beteiligung der örtlichen Ebene über die Landkreise wird
zu folgenden Inhalten geschehen:
- Klassifizierung der Oberflächenwasserkörper,
- Zustandsbestimmung,
- Defizitanalysen,
- Umweltzielbestimmung,
- Bildung von Maßnahmenkombinationen einschließlich sozio-ökonomischer
Bewertung und
- Maßnahmenauswahl.
Unsere landwirtschaftliche berufsständische Interessenvertretung
steht damit vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Vorrangig sollten wir uns
der Klassifizierung der Gewässer widmen. Darauf aufbauend ist die
Festsetzung der Umweltziele von entscheidender Bedeutung, weil sich daraus
die vorhandenen Defizite ableiten, die wiederum mit zu ergreifenden Maßnahmen
zu kompensieren sind. Keiner dieser wichtigen Arbeitsschritte darf vernachlässigt
werden. Seitens des LBV werden wir uns bemühen, die Kreisverbände
fachlich zu unterstützen. Unsere Verbandsmitglieder werden gebeten,
sich aktiv an diesem durchaus schwierigen Prozess einzubringen, weil die
Gefahr besteht, dass Produktionsbeschränkungen ausgesprochen, Vernässungen
an Gewässern eintreten und Kosten der Gewässerunterhaltung steigen
könnten.
Die nächste Ausschusssitzung unseres Verbandes zu diesem Thema wird
am 17. Oktober 2007 stattfinden, wo wir noch einmal mit dem Landesverwaltungsamt
unsere Mitwirkung auf örtlicher Ebene diskutieren.
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