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Landesbauernverband Sachsen-Anhalt e.V.

PRESSEMITTEILUNGEN 2007


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Medieninformation vom: 27.06.2007

Ernteaussichten differieren stark - Landesbauernverband mit Landhändlern im Gespräch

In Sachsen-Anhalt hat der Mähdrusch begonnen, die ersten Schläge mit Wintergerste wurden geerntet. Starke Niederschläge haben jedoch den Fortgang der Ernte erst einmal gestoppt. Über Ernteaussichten können keine einheitlichen Aussagen getroffen werden, die regionalen Unterschiede sind bei allen Feldkulturen groß. Ungünstige Bedingungen im Herbst, der viel zu trockene und warme April sowie unterschiedlich verteilte Niederschlagsmengen im Mai und Juni haben dazu geführt, dass mit stark differenzierten Ernteergebnissen zu rechnen ist. Dazu hat der Landesbauernverband Landwirte aus allen Agrarregionen befragt. Die Einschätzungen für Wintergerste lagen bei 65 bis 70 dt/ha, d.h. 10 % unter bis 10 % über dem Vorjahr. Bei Winterweizen wird in den meisten Regionen mit einer mittleren Ernte von 65 bis 80 dt/ha gerechnet, auch bei Roggen können mittlere Erträge zwischen 55 und 65 dt/ha erreicht werden. Deutlich unter dem Vorjahr werden die Erträge bei Raps in Folge Trockenheit und Spätfrosten sein.
Es gib aber auch Landstriche in Sachsen-Anhalt, so auf leichten Standorten im Jerichoer Land, Anhalt und Fläming, in denen Ertragsminderungen bis 50 % und darüber befürchtet werden. In einigen Regionen, z. B. im Raum Burg und in der nördlichen Altmark, sind außerdem verstärkt Hagelschäden in allen Kulturen zu verzeichnen.

Die bisherigen Witterungsbedingungen schufen günstige Voraussetzungen für hohe Erträge beim zweiten Schnitt des Grünlandes. Kartoffeln stehen zur Zeit überall gut, Wärme und Feuchtigkeit können aber zu einem verstärkten Pilzbefall führen. Bei Zuckerrüben und Silomais bestehen dagegen Chancen auf eine gute Ernte.

Der Witterungsverlauf der nächsten Tage wird großen Einfluss auf Qualität und Quantität des Erntegutes haben. Weitere, bereits angekündigte Starkniederschläge werden dazu führen, dass reife Gesten- oder Rapsschläge nicht befahrbar sind und das teilweise bereits lagernde Bestände an Qualität verlieren und damit Ernteverluste kaum vermeidbar sind.

Im Gespräch mit 7 großen Landhändlern aus Sachsen-Anhalt diskutierten Vertreter des Vorstandes des LBV über zu erwartende Erträge bei Getreide und Raps, aktuelle Markt- und Preisthemen und Entwicklungen bei der Bioenergieproduktion in Sachsen-Anhalt.

Frau Wieduwilt von der ZMP stellte die internationalen Marktentwicklungen dar. Insgesamt sind die Läger leer, ein knappes Angebot und hohe Nachfrage bei allen Kulturen lässt die Preise stabil bleiben oder anziehen. Es wird somit kein Preisrückgang zur neuen Ernte erwartet. Die Märkte reagieren nervös und es ist mit stark und kurzfristig springenden Preisen zu rechnen. Für die Landwirte wird es schwierig, sich bei Verkauf für einen Preis zu entscheiden. Die Landhändler erwarten aber nach Abschluss Vertragstreue.

Die Landwirte forderten klarere Aussagen für Preisaufschläge bei guten Qualitäten. Die Preisdifferenzen zwischen E- und A-Weizen sowie Futterweizen sind kaum noch gegeben. Der Bedarf an E-Weizen scheint aber bei guten A-Weizenqualitäten nicht mehr so hoch zu sein. Das sollte bei zukünftigen Anbauausrichtungen stärker beachtet werden.
Bei Raps, aber auch bei Futtergetreide ist langfristig mit einem höheren Preisniveau zu rechnen. Die Landhändler erwarten veränderte Preisgestaltungen bei Mischfutter, was die Situation für die Tierhalter zusätzlich verschlechtert.

Sachsen-Anhalt ist in der Verarbeitung von Biomasse zu Biodiesel, Bioethanol und Energie führend in Deutschland. Das stabilisiert die Preise und ist für viele Landwirte ein zweites Standbein. Politische Rahmenbedingungen müssen die Branchen sichern. Dass die nächste Steuerstufe bei Biodiesel ausgesetzt werden muss, betonten Landhändler und Vertreter des LBV einvernehmlich.

Man war sich aber einig, dass für die Landwirte Sachsen-Anhalts die Produktion hochwertiger Rohstoffe für den Nahrungsmittelbereich Vorrang habe und Ziele und Grenzen für den Bioenergiebereich abgesteckt werden müssen.


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