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Landesbauernverband Sachsen-Anhalt e.V.

PRESSEMITTEILUNGEN 2007


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Medieninformation vom: 20.09.2007

Milchforum zu Markt- und Politikentwicklungen

Die aktuelle Situation auf dem Milchmarkt, die weitere Entwicklung des Marktes und der Milchpolitik wurden im Rahmen eines Milchforums am 19. September 2007 in Dessau-Kochstedt diskutiert. Der Landesbauernverband, der Bauernverband Anhalt, der Landeskontrollverband und der Rinderzuchtverband Sachsen-Anhalt. hatten zu dieser landesweiten Veranstaltung eingeladen; 110 Teilnehmer, hauptsächlich Milcherzeuger, waren der Einladung gefolgt.

Die seit Monaten angemahnte und längst überfällige Erhöhung der Milchauszahlungspreise lag im Monat August im Durchschnitt bei 34 bis 36 Cent je kg Milch; Milchverarbeiter kündigen weitere Steigerungen des Milchauszahlungspreises an. Viele Milcherzeuger betrachten diese Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn die Kosten in der Milchproduktion, besonders die Futterkosten sind enorm gestiegen und schmälern damit das positive Ergebnis.
Die jetzt zu verzeichnenden Preissteigerungen begründete Prof. F. Isermeyer, FAL Braunschweig mit den Entwicklungen auf dem Weltmarkt. Leergeräumte Magermilchpulver- und Butterlager, verbunden mit einer steigenden Nachfrage für den Rohstoff Milch, haben den Preisanstieg bewirkt. Die bisherige Akzeptanz der Verbraucher für Preissteigerungen bei Molkereiprodukten sieht der Vorsitzende des Fachausschusses Milch beim LBV Kees de Vries auch in der Kampagne des Berufsstandes „Lebensmittel sind mehr wert“ begründet.

Eine sichere Prognose für die künftige Entwicklung auf dem Weltmarkt und die daraus resultierenden Erzeugerpreise ist ein sehr schwieriges Unterfangen. Unsere Milcherzeuger brauchen vor allen Dingen stabile Rahmenbedingungen, um in den nächsten Jahren, wie es LBV- Präsident Frank Zedler formulierte „mit der Milch Geld zu verdienen“, um notwendige Investitionen zu tätigen und die Einkommenslage zu verbessern. Walter Peters, Milcherzeuger aus MVP und stellvertretender Vorsitzender des BDM informierte über die Arbeitsweise und Ziele des BDM.

In einer lebhaften Diskussionsrunde, moderiert von Prof. Orzessek, Präsident der Hochschule Anhalt, wurden von den Podiumsteilnehmern und den Milcherzeugern Fragen geäußert und Meinungen ausgetauscht.

Die derzeitige Preisentwicklung ermutigt sicher die Milcherzeuger ihre Produktion fortzusetzen, vielleicht auszubauen und zu investieren, um sich für den Wettbewerb in der Zukunft aufzustellen. Unsicherheit bleibt jedoch bei vielen für die Marktgestaltung „nach der Quote“, die Entwicklung auf dem Bioethanolmarkt mit seinen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit und die Preisentwicklung der Futtermittel.

Die Milchpolitik ist und bleibt für den Landesbauernverband ein absolutes Schwerpunktthema. Es geht darum, die Mitglieder ständig über aktuelle Entwicklungen zu informieren, mit ihnen zu diskutieren und agrarpolitische Entscheidungen vorzubereiten. Laut Prof. Isermeyer steht nicht zur Disposition ob, sondern welche Landwirtschaft künftig betrieben wird. Die Chancen für gut aufgestellte Milchviehbetriebe in Sachsen -Anhalt sind gegeben.


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