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Landesbauernverband Sachsen-Anhalt e.V.

PRESSEMITTEILUNGEN 2007


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Medieninformation vom: 19.12.2007

Schwierige Aussaat bei den Herbstkulturen – ca. 10 % Winterungen nicht bestellt

Zum Anbauverhältnis 2007/2008 im Vergleich zum Vorjahr hat der LBV eine Umfrage in Praxisbetrieben vorgenommen. Als wichtigster Trend zeigt sich bei 2/3 der Betriebe ein geplanter Anstieg der Winterweizenfläche. Bei Raps haben ¾ der Befragten eine Reduzierung des Anbaus vorgenommen. Nach Angaben der Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen(UFOP) auf der Basis einer Marktbefragung von bundesweit 2270 Landwirten wird für Sachsen-Anhalt für 2008 eine Rapsfläche von 165 228 ha prognostiziert, das ist ein Rückgang gegenüber 2007 um 9,2 %.

Bei der Erbsenbestellung ist im kommenden Frühjahr mit einem erneuten Rückgang der Anbaufläche zu rechen. Diese betrug 2007 knapp 10.000 ha. Beim derzeitigen Markt- und Preisgefüge können sich Erbsen nicht gegenüber Winterweizen behaupten. Auch fehlende Pflanzenschutzmittel und ein hoher Krankheits- und Schaderregerdruck machen den Anbau unsicher. Andererseits ist die Erbse für ausgewogene Fruchtfolgen eine wichtige Kultur. Sachsen-Anhalt war in Deutschland führend im Erbsenanbau. Es ist notwendig den weiteren Rückgang des Anbaus zu stoppen. Der LBV ist u.a. deshalb Träger eines von der UFOP geförderten Pflanzenschutzprojektes. Die enormen Niederschläge in diesem Jahr führten zu erheblichen Vernässungsproblemen und erschwerten die Aussaat der Winterkulturen.

Nach Erkenntnissen von Landwirten aus unterschiedlichen Regionen Sachsen-Anhalts wurden seit Beginn der Aufzeichnung von Niederschlägen um 1910 nur zwei mal höhere Niederschläge gemessen als in diesem Jahr. 2007 wurden in der Magdeburger Börde (Egeln) über 776 mm ermittelt (normal sind 480 mm).Die NS-Menge in der Altmark in Bandau (SAW) lag Anfang Dezember schon bei 802 mm und in Lüttgenrode (Vorharz) werden über 1000 mm Niederschlag erwartet. Auch in Gerbstedt (LK Mansfeld-Südharz) sind seit 1905 nur dreimal Niederschläge über 700 mm gefallen.

Ca. 10 % der Winterungen nicht bestellt
Auf Grund der extrem hohen Niederschläge im Herbst diesen Jahres gestalteten sich die Bestellarbeiten für die Winterkulturen sehr schwierig. Viele Landwirte melden, dass die Winterweizenbestellung nicht abgeschlossen wurde. Zwischen 5 und 20 % des geplanten Weizens konnte nicht in den Boden gebracht werden. Das lässt einen großen Bedarf an Saatgut von Sommerungen erwarten. Schon jetzt zeichnet sich eine knappe Versorgung ab. Teilweise wird auch Wechselweizen den nicht gedrillten Winterweizen ersetzten.

In den Regionen mit hohem Körnermaisanteil hat sich dessen Ernte auch verzögert, Nachfrucht Weizen ist oft nicht mehr möglich. Auch wurde auf Grund der Hohen Silomaiserträge ein Teil der Flächen in Körnermais umgewidmet was regional die Probleme noch verstärkte. Die hohe Wassersättigung der Böden hat zu erheblichen Strukturschäden geführt. Ein bei tiefen Temperaturen durchgefrorener Boden ist für die Verbesserung des Garezustandes dringend erforderlich. Die Rübenernte erwies sich als schwierig und wurde zweimal für einige Tage unterbrochen. Jetzt sind alle Rüben mit ausgezeichneten Erträgen geerntet. Teilweise verzögert sich der Abtransport zur Verarbeitung.

Noch immer ist in einigen Regionen ein verstärktes Auftreten von Feldmäusen zu verzeichnen. Die Feldmäuse haben in den frisch bestellten Herbstkulturen und auch in Futterbeständen große Schäden angerichtet. Die Landwirte versuchten mittels lokalem Auslegens von Giftweizen mittels Legeflinten die Mäuse direkt zu bekämpfen. Bei großflächigem Befall kann aber mit dieser Bekämpfungsmethode eine Dezimierung der Mäuse nicht erreicht werden. In den betroffenen Regionen sind die Landwirte besorgt, wie sie einer erneuten Feldmauskalamität begegnen sollen.

Auch das Einwandern der Mäuse aus ungepflegten Straßengräben und Ausgleichsflächen an neuen Straßen muss von den Eigentümern der Flächen unterbunden werden. Rechtliche Möglichkeiten dafür wurden geschaffen. Insgesamt hoffen die Landwirte Sachsen-Anhalts, dass durch einen Winter mit Schnee und Bodenfrost sich der Garezustand der Böden verbessern wird und die Feldmauspopulation zurück gehen. Das wäre eine gute Voraussetzung für den Start in die nächste Saison.


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