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Landesbauernverband Sachsen-Anhalt e.V.

INFORMATIONSHEFT - Archiv

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Monat September 2009
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Themen in diesem Monat

Leitartikel/Kommentar

VERBANDSARBEIT / AGRARPOLITIK
Landesvorstandssitzung - Einschätzung der aktuellen Lage
Professur für Dr. Fritz Schumann
Klausurtagung der Geschäftsführer der Kreisbauernverbände
beckers bester GmbH & Co.KG - eine Erfolgsgeschichte seit 1932
Stadtrundgang in der Lutherstadt Eisleben
Konstituierung der Arbeitsgemeinschaft "Benachteiligte Gebiete" beim LBV
GUBB Beratung - kompetent, konstruktiv, kreativ
Ausschreibungen von BVVG-Flächen bis Jahresende gestoppt

PFLANZENPRODUKTION
Ernteerträge bei Getreide im guten Durchschnitt - hohe Kosten und niedrige Aufkaufpreise schmälern Erlöse

TIERPRODUKTION
Milchausschuss fordert schnelle Stützung des Milchabsatzes
Landesleistungshüten 2009
Was geschieht mit eine nicht genutzten Referenzmenge ?
Schutz der Tiere vor neuer Influenza - Empfehlungen des Ministeriums an Schweine- und Geflügelhalter
Jakobs-Greiskraut in Weideflächen und Graserntegut beachten
Ergebnisse der amtlichen Futtermittelkontrollen 2008

NATUR- UND UMWELTSCHUTZ
Verschärfung der naturschutzfachlichen Kompensation

NACHWACHSENDE ROHSTOFFE / ERNEUERBARE ENERGIEN
Biogasmemorandum mit den Energieversorgern
Biomassestrom - Nachhaltigkeitsverordnung tritt in Kraft
Beratungsnetzwerk "Bioenergie Sachsen-Anhalt"
Altmarkweit hat erstes Nahwärmenetz seinen Betrieb aufgenommen

RECHT / VERWALTUNG
Rechtsgutachten zur Kaufpreisbildung beim Pächterdirektkauf
Überprüfung von EALG-Kaufpreisen
Übertragung von Zahlungsansprüchen gemäß BVVG-Verträgen

LANDWIRTSCHAFTLICHE BERUFSGENOSSENSCHAFT
Informationen über schwere und tödliche Unfälle

DIENSTLEISTUNGSANGEBOT
Das Dienstleistungsangebot der ASA und des LBV
Controlling in der Unternehmensführung - zunehmende Bedeutung sowohl in der Betriebswirtschaft als auch in der Produktionssteuerung
Einsatz von TRABOLD-Filtersystemen bringt beträchtliche wirtschaftliche Vorteile

VVB IN VERBINDUNG MIT R+V
R+V -Spezialkonzept für die Versicherung von Photovoltaikanlagen

INFORMATIONEN / SONSTIGES
3. Blumenberger Dampfpflugfest
Beauftragte für den kirchlichen Dienst auf dem Land und Umweltmanagement der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands berufen
DLG-Unternehmertage: "In der Krise Kraft entfalten"
Historisches Erntefest in Bernburg mit ca. 10.000 Besuchern
Veranstaltungshinweise
Landesernteball 2009
Agrarpolitische Chronik Deutscher Bauernverband
Impressum


Werte Verbandsmitglieder, liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Finanz- und Wirtschaftskrise soll ihre Talsohle erreicht haben und erste Prognosen sagen ein leichtes Wachstum voraus. In der Landwirtschaft ist diese Entwicklung noch nicht angekommen. Die Preise für unsere Produkte sind im Keller, andererseits mussten hohe Produktionsmittelpreise bezahlt werden. Die wirtschaftliche Lage hat sich deshalb, trotz guter Ernteergebnisse in allen Landesteilen, nicht verbessert.

Wer entsprechende Vorverträge abgeschlossen hatte, konnte insbesondere beim Raps noch gute Erlöse erzielen. Beim Weizen wurden aber kaum lukrative Vorverträge angeboten, so dass viele ihre besseren Qualitäten eingelagert haben.

Ob es eine Preissteigerung beim Weizen geben wird, kann niemand vorhersagen, alle Anzeichen sprechen jedoch dafür. Die Gesamterntemenge dürfte geringer ausgefallen sein. Auch in Sachsen-Anhalt wurden im Durchschnitt beim Weizen 10 dt/ha gegenüber dem Vorjahr weniger geerntet.

Die wichtigste Lehre aus der diesjährigen Ernte besteht in einer Risikoverteilung beim Verkauf über Vorverträge, direktem Verkauf und Einlagerung.

Leider sind solche Marktinstrumente im Milchbereich nicht möglich oder noch nicht möglich. Niemand kann Milch einlagern, aber Vorverträge über Preis und Menge müssen zum festen Bestandteil von Marktbeziehungen auch in der Rohmilchproduktion werden. Dazu werden zurzeit verschiedene Modelle diskutiert, auch mit Blick auf das Auslaufen der Quote, das inzwischen niemand mehr in Frage stellt. Die Molkereien selbst halten sich bis auf wenige Ausnahmen sehr bedeckt. Das ist umso schlimmer, da gerade die genossenschaftlichen Molkereien hier Schrittmacherdienste leisten müssten, von dort aber kaum etwas zu hören ist. Der Raiffeisenverband und der Milchindustrieverband müssen endlich konstruktiv in die Diskussion einsteigen. Vielleicht sind auch Gesetzesänderungen notwendig, um den Genossenschaften entsprechende Reaktionen zu ermöglichen, doch die Diskussion dazu muss endlich beginnen.

Zur aktuellen Lage erwarten wir vor allem von der EU klare Signale in zweierlei Richtungen. Erstens sind noch lange nicht alle Möglichkeiten der Absatzförderung ausgeschöpft (Bäckerbutter, Milch-Eis, Schulmilch) und zweitens sollte ein gefördertes Aus- und Umstiegsprogramm schnellstmöglich aufgelegt werden.

Am 6. und 7. September treffen sich die Agrarminister der EU-Mitgliedsstaaten zur nächsten Beratung. Entscheidungen sollen am 16. September fallen. Die Zeit läuft davon und die Lage der Milcherzeuger ist mehr als dramatisch. Wir sollten auch die vielen politischen Gespräche mit Blick auf die Bundestagswahl nutzen, um unsere Forderungen in Richtung Politik klar und deutlich zu formulieren. Dass Forderungen nicht ohne Erfolg bleiben, zeigt die kurzfristige Entscheidung zum Ausschreibungsstopp für BVVG-Flächen.

Bis zur Überarbeitung der Privatisierungskonzeption werden von der BVVG keine Flächen zum Verkauf oder zur Verpachtung ausgeschrieben. In die Überarbeitung der Privatisierungskonzeption sollen agrarstrukturelle Anforderungen der Bundesländer mit einfließen. Wir sind also als Berufsstand gefragt und wir sind in der Lage, Veränderungen herbeizuführen.

Ihr Frank Zedler


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